Der Maibaum

Das Maibaumaufstellen ist der urigste Brauch, den der BV seit seiner Gründung 1953 pflegt. (siehe hierzu auch Gesamtchronik des BVO) Die Burschen sehen es als ihre Pflicht, sich um das Traditionsstangerl zu kümmern. Spätestens alle 4 Jahre wird ein neuer Baum benötigt. Etwa ein halbes Jahr vor dem Maifeiertag sucht man zusammen mit Herrn Grüter, Oberförster bei Frau Baronin von Lotzbeck, ein passendes Exemplar aus. An dieser Stelle möchten wir ein "Vergelt's Gott" nach Nannhofen, zum langjährigen Stifter schicken! Weiterhin möchten wir Sigi Stangl Dank sagen, der jahrelang für den Transport aus dem Wald zuständig war!


Gemütliches Beisammensein nach getaner Arbeit 1975

Die Crew bereitet das gute Stück durch "schepsen", hobeln und aufreißen, d. h. Rautenmuster/Girlanden werden eingezeichnet, vor. Dann kann er weiß-blau gestrichen werden, was man im 2-Jahresrhythmus wiederholt. Am 1. Mai ist Muskelkraft gefragt, gilt es doch, den Baum händisch mit Zangen aufzustellen. Die Burschen werden durch tatkräftige Mitwirkung und Anfeuerungsrufe der Dorfbewohner unterstützt. Viele Jahre stand uns Franz Schilling mit seinen lautstarken Kommandos zur Seite. Von ihm stammt der legendäre Anfeuerungsruf:

"Ei g'hängt und ho auf"

Auch ihm ein Dankeschön!


Tollkühnes Anbringen der Schilder mit Hilfe eines Baugerüstes - 1984

Seit 1975 wird das Traditionsstangerl in ein stabiles Fundament gestellt. Dieses war durch große Eigenleistung des BVO und mit finanzieller Unterstützung der Gemeinde angefertigt worden. In früheren Zeiten wurde noch ein tiefes Loch geschaufelt, um ihm den nötigen Halt zu geben. In der Vergangenheit wechselte der Standort mehrmals. Zuerst war der Maibaum neben der Wirtschaft in Oberschweinbach, dann beim "Feuerwehrhäusl" und beim Weiher. Heute hat er neben dem "Feuerwehrhäusl" seinen festen Platz.


Aufstellen des Maibaums - 1998

Die Zuschauer klatschen begeistert, sobald er fest verankert steht. Anschließend stärken sich die Helfer mit Bier vom Faß und Rühreiern. Danach spielt Livemusik zum Tanz in den Mai für die begeisterten Besucher.

Aber nicht immer läuft es so glimpflich ab. Das Jahr '84 hat man in schlechter Erinnerung. Die gefürchteten Profidiebe aus Germering kundschafteten per Flugzeug, Nachtsichtgerät und Funk die Lage aus. Im nachhinein mußten sie zugeben: "Lang' hätt' ma nimma g'wart... da Bam war imma streng b'wacht". Eine kurze Unachtsamkeit der Wachen, gab ihnen leider doch Gelegenheit, um zuzugreifen. Die Oberschweinbacher Burschen haben sich zuerst furchtbar geärgert, mußten aber einsehen, das der Coup gelungen war. Durch großzügige Spenden der Bevölkerung konnte man den Germeringern die Auslöse zahlen. Brotzeit und Bier wurden aufgetischt, so das sie ihren Triumph hatten und das Diebesgut wieder "rausrückten".


Heimkehr des geschmückten Baumes

Während die Maibaumdiebe mit uns in der Oberschweinbacher Wirtschaft Versöhnung feierten, brachen einige unserer Burschen in Richtung Wiedenzhausen auf. Sie wollten die Schmach wieder gutmachen, indem sie selbst einen Baum klauten. Die Auskundschafter warteten auf Verstärkung, um zuzuschlagen. Die Burschen in Oberschweinbach waren jedoch verhindert, weil sie sich mit einem anderen Problem "rumschlagen" mußten. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn die Allinger versuchten unseren Maibaum mit vollem Körpereinsatz noch mal zu stehlen. Als wir das begehrte Objekt verteidigten, kam es zu Handgreiflichkeiten. Wir schafften es dennoch diese Rüpel zu vertreiben, wobei nach wilder Verfolgungsjagd ein Allinger in Josef Pichlers Zaun fuhr. Das war wirklich keine Heldentat der Allinger und ein weniger schönes Kapitel in der Vereinsgeschichte! Seither haben wir so gut auf unser "Stangerl" aufgepaßt, das es keine Zwischenfälle dieser Art mehr gab.