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Chronik des Burschenvereins Oberschweinbach
Die erste Aktion des Maibaumaufstellens sollte nicht die
letzte gewesen sein. Es folgten vor allem mehrere Sportveranstaltungen und
Ausflüge. Nach einer kurzen Pause des Vereinslebens fand im März '73 eine
Wiedergeburt statt: 24 Burschen fanden sich zusammen, um mit neuen Mitgliedern
alte Traditionen wieder aufleben zu lassen. Die Führungsmannschaft setzte sich
wie folgt zusammen:
Vorstand: Manfred
Neubauer
Kassier: Walter Vogl
Schriftführer: Robert Pongratz

Ausgraben des alten Maibums in den 60ern
Die neue Riege hatte die Brauchtumspflege als wichtigste
Aufgabe angesehen. Also krempelten die Mannen die Ärmel hoch, um etwas auf die
Beine zu stellen. Dies im Wahrsten Sinne des Wortes: Zum 1. Mai mußte der
Maibaum aufgestellt werden. Viele Oberschweinbacher Bürger leisteten hierbei
tatkräftige Unterstützung, denn "gemeinsam ist man stark"! Auf rege
Beteiligung der Bevölkerung stieß der Verein auch beim Sportfest. Im August
'74 veranstaltete man mit einigen Burschenvereinen aus der Umgebung einen
sportlichen Wettkampf. Die verschiedenen Disziplinen verlangten den Athleten
sowohl Muskelkraft, als auch Geschick ab. Beim Seilziehen, Sack- und
Wursthüpfen, einem blinden Hindernislauf und einigem mehr, mußten die Sportler
vollen Einsatz bringen, um gut abzuschneiden. Im darauffolgenden Jahr fertigten
die Burschen ein Fundament für den Maibaum. Das Prunkstück wurde alsbald
aufgestellt und markiert seitdem den festen Standort des "Stangerls"
im Ort.
Nach dieser Arbeit hatte man(n) sich eine Belohnung verdient.
So stand zu Abwechslung der eine oder andere Ausflug auf dem Programm, z. B. zum
Törggelen nach Südtirol. Aber jedesmal zog es die Ausflügler bald wieder
zurück, daheim ist es doch am schönsten! Die jungen Männer wollten das
Gemeindeleben noch bereichern, indem sie auch kulturell aktiv wurden. Im Gasthof
Greif gab man im März '76 das Debüt mit dem Theaterstück "Urlaub vom
Doppelbett". Das Spiel der Akteure war überragend und die Zuschauer
hellauf begeistert.
Ein ganz alter Brauch, der vielerorts überlebt hat, ist das
Osterfeuer. Auch in Oberschweinbach sorgten die Burschen dafür, das es nicht in
Vergessenheit gerät. Jedes Jahr zu Ostern fackelt man zusammen mit vielen
Oberschweinbachern den "Jaudus" ab.
Wie schnell die Zeit vergeht, mußten die Mitglieder
feststellen, als am 22. Mai 1983 zum 30. Mal Vereinsgeburtstag gefeiert werden
konnte. Die ortsansässigen Vereine trugen dazu bei, daß der Gründungstag
anständig begangen wurde. Für die Zukunft plante man, die bewährten
Veranstaltungen auch weiterhin fortzusetzen. Allerdings wurde uns im April '84
eines "ausgewischt". Die Germeringen Burschen spielten einen bösen
Streich, indem sie den Maibaum klauten. Nachdem die Auslöse bezahlt war, gaben
die Diebe ihn gerne wieder heraus und brachten das "Corpus delicti"
mit Musikbegleitung zum Tatort zurück. Alsdann war bei einer zünftigen
Brotzeit und Bier jedermann zufrieden. Aus dieser Blamage hat man natürlich
gelernt und seitdem schaffte es keiner mehr, die gut organisierten Baumbewachung
zu überlisten! Als sich die "Ausgeschmierten vom Reinfall" erholt
hatten, wollten sie wieder mal für Abwechslung sorgen und veranstalteten das
erste Wattrennen des BV. Die "Zocker" kamen voll auf ihre Kosten...
Am 1. März des folgenden Jahres lud der BV zu einem
Vergnügen anderer Art. Beim Starkbierfest heizten die "Original Lechrainer
Buam" in der Turnhalle Günzlhofen mit heißen Rhythmen den Gästen
kräftig ein. Noch bis 1990 luden die Burschen zum Starkbierfest, wobei sich
auch Sportverein und Liedertafel Günzlhofen beteiligten.
Das Sportfest aus den 70ern wurde Mitte der 80er wieder
aufgegriffen und in moderner Form '85 und '87 durchgeführt. Beide Male
schnitten unsere Burschen hervorragend ab: Bei der Bewertung der Kleidung
erzielten sie 2 mal den 1. Platz und im Gesamtergebnis immerhin den 2. Platz.
Ein Jahr später richteten Burschen - und Sportverein ein
Gartenfest aus. Bei fetziger Musik von den "Blue Birds" kam schnell
Stimmung auf und alle Gäste amüsierten sich großartig.

Vom Burschenverein errichtete Bank
in Spielberg
Mit viel Enthusiasmus trat der neue Vorstand am 10.2.93 sein
Amt an. Im ersten Jahr war das "Recycling" des Maibaumes eine
größere Aktion. Mit fachkundiger Hilfe der Schreinerei Wolf wurde er zu
schmucken Aussichtsbänken verarbeitet. Die Sitzgelegenheiten werden gerne von
Dorfbewohnern und Wanderern in Anspruch genommen.
Das soziale Engagement wird in Verbindung mit dem Kindergarten
deutlich. Die Kinder bastelten nette Kleinigkeiten, die sie für die
Theaterdekoration zur Verfügung stellten. Als Dankeschön revanchierten sich
die Burschen und füllten die Osternester der Kleinen mit allerlei Naschwerk.
Außerdem packten die jungen Männer mit an, als der Kindergarten St. Margareta
im Juli 96 sein Grillfest "Ritter Kuniberts Gespensterschloß" hatte.
Wir freuten uns, als sich das Kindergartenteam und die Kinder dafür schriftlich
bedankten:
"Ein großes DANKESCHÖN an den Burschenverein
Oberschweinbach, insbesondere an Michael Staudenmeir,
der für den Kindergarten Würstl und Fleisch grillte und
wir somit einen Gewinn von 468,- DM verbuchen konnten."
Gern schaut(e) man auch öfter mal über die Ortsgrenzen
hinaus. Die jungen Leute steuerten so interessante Ziele an, wie z. B. den
Weinlehrpfad in Heuchelheim oder 1988 den Kochelsee. Das sportliche BV-Team
machte die Skifahrten zum festen Bestandteil im jährlichen
Veranstaltungskalender. Anfangs brachen die Skifahrer zu Tagesfahrten auf, doch
mußte man feststellen, daß eine Tagestour in die Schneegebiete recht kurz ist.
Deshalb wurden bald Wochenendausflüge ins weiße Naß für die Alpinsportler
organisiert. Dieses Jahr wedelten sie z. B. in Schwaz/Tirol die Hänge hinab.
Das die Burschen nicht nur beim Wintersport aktiv sind,
beweisen sie seit 1995 beim Schuhplattln. EIne 11-köpfige Truppe lernte beim
"Meister" Sepp Geiger. Mittlerweile sind die Plattler schon bei
zahlreichen Veranstaltungen aufgetreten. Zu Geburtstagen, Vereinsjubiläen oder
Hochzeiten zeigen sie in der Krachledernen alte bayerische Volkstänze. Bis nach
Dänemark sind die "Krebsbachplattler" aus Oberschweinbach schon
gereist. Dieses Jahr wäre ein Auftritt in der fernen Mongolei auf dem Plan
gestanden, den wir wegen der Fahnenweihe leider nicht wahrnehmen können. Trotz
der zahlreichen Termine, ist die Plattlergruppe noch mit Leib und Seele bei der
Sache und freut sich schon auf die nächsten Vorführungen. Unseren letzten
großen Auftritt in der Heimatgemeinde hatten wir beim Hoagart. Diesen bunten
Abend veranstaltete der BV dieses Jahr anstelle des Theaters. Das volkstümliche
Programm mit einigen musikalischen Darbietungen, "Bayrischen
Geschichten" und einem Einakter der Theatergruppe fand bei Jung und Alt
großen Anklang, weil für jeden Geschmack etwas dabei war.
Schon in der Vergangenheit stellte sich der BV als perfekter
Gastgeber vor. Hier sei nur an die frühen Dorf- und später Seefeste erinnert.
Das der BV die Feste feiert, wie sie fallen zeigte er 1996 beim Faschingsball.
In Kooperation mit dem Sportverein wurde die Günzlhofener Turnhalle in
Urlaubsambiente verwandelt, denn das Motto lautete: "Karibische
Nacht". Tolle Deko und die Band "Dekay" vermittelten den ca. 250
Gästen wahres Karibikfeeling.

Umzug bei der 1200-Jahr-Feier in
Günzlhofen
Ein weiteres Fest findet alljährlich im Sommer statt. Beim
traditionellen "Saugrillen" kommen die jungen Burschen zu einer
deftigen Mahlzeit und einem kleinen Umtrunk zusammen. Hier ist man unter sich
und Gaudi garantiert. Überhaupt ist es typisch für den Verein, daß der Spaß
nie zu kurz kommt. Eine lustige Anekdote ereignete sich in der
Jahreshauptversammlung 1981. Högenauer Fred wurde während der Sitzung von
einem unbarmherzigen "Schnaggler" geplagt, trotzdem vertilgt er eine
ordentliche Portion Knödel. Dies wurde mit folgendem Schluß protokolliert:
"Gemütlicher Teil begann um 21:21 Uhr." Diese Passage zeigt, die
ungezwungene Lebenseinstellung, die alle Mitglieder auszeichnet. Der lockere
Umgang, auch bei offiziellen Terminen, erweckte bei manchem Außenstehenden den
Eindruck eines puren "Stammtischvereins". Die oben beschriebenen
gemeinnützigen Aktivitäten konnten hoffentlich dazu beitragen, mit diesem
Vorurteil aufzuräumen. Also werden wir Burschen versuchen, auch in Zukunft so
weiterzumachen, wie es unsere Vorgänger gemacht haben: Durch "Handeln aus
Spaß an der Freud" sind tolle Projekte entstanden. Vielleicht ist das, das
Geheimrezept für den langen Bestand und Erfolg des Burschenvereins
Oberschweinbach!!!
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